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Die jüdische Gemeinde Laupheim und ihre Zerstörung

Gedenkbuch Seiten 492 - 506

Steiner-Nördlinger, Helmut und Edith

König-Wilhelm-Straße 2

STEINER, Simon L. und Melanie, 

Gerberei, Bronner Straße 2

 

 HEINRICH STEINER , RE’UT (ISRAEL)

Helmut Steiner, geb. 20. 9. 1899 in Laupheim, gest. 5. 6. 1992 in Sankt Gallen/CH, OO Edith Steiner, geb. Nördlinger, geb. 1. 7. 1900 in St. Gallen, gest. 25.6. 1988 in St. Gallen.
Heinrich (Yitzhak Heinrich) Steiner, geb. 12. 8. 1931 in Ulm,
Martha (Martina) Steiner, geb. 27. 2. 1935 in St. Gallen. Eltern:
Melanie geb. Herz (1872–1956) und Simon L. Steiner (1864–1937) Martha geb. Goldberg (1870–1908) und Isaac H. Nördlinger (1858–1925).
Emigration der Familie 1936 nach St. Gallen/CH. 

Die Gerberei und Lederhandlung Steiner, zentral gelegen am Anfang der Kapellenstraße, in der

 direkten Nachbarschaft des heutigen Rathauses. Foto aus dem Jahr 1925.   (Foto: Bilderkammer Museum)

 

Nicht nur der erste Lebensabschnitt, sondern das ganze Leben von Helmut Steiner war geprägt von seiner Herkunft aus der von seinem Großvater Leopold gegründeten Gerberei. Leopold H. Steiner (1834–1904) war ein Sohn des legendären Heinrich Steiner (1794–1885), der für seine Verdienste um die Errichtung der Eisenbahnlinie Ulm–Friedrichshafen eine königliche Medaille erhielt1). Als junger Mann erlernte Leopold das Handwerk der Gerberei; sein Wanderbuch durch ganz Deutschland und die umliegenden Länder ist noch erhalten 2). Die Gerberei war einer der wirtschaftlich bedeutendsten Betriebe in Laupheim, zusammen mit den drei übrigen Unternehmen der Söhne und Enkel des Ehepaars Miriam geb. Einstein (1769–1847) und Simon Victor Steiner (1762–1804) 3): dem Schlossgut4), der Laupheimer Werkzeugfabrik5) vormals Joseph Steiner und Söhne, sowie der Hopfenhandlung Simon H. Steiner6).

Der Lokalhistoriker Josef K. Braun nimmt die Fotografie der unteren Kapellenstraße von 1925 zum Anlass, den Betrieb näher zu beschreiben7). Hinter dem Wohnhaus mit der Aufschrift Leopold H. Steiner, Gerberei, Lederhandlung, Schuhmacherartikel, Schäfte, Treibriemen waren die Arbeitsräume der Gerberei. Hier war auch ein großer Lagerschuppen und das offene Gelände zum Gasthaus „Bären hin, mit den tief in die Erde eingelassenen Tonnen aus Eichenholz, in die die rohen Tierhäute unter Schichten von Lohe (klein gschnitzelte Eichen- und Tannenrinde) eingelegt wurden. Das zum Gerbprozess erforderliche Wasser war an diesem Ort reichlich vorhanden. Unter monatelanger Einwirkung des aus den Rinden austretenden Gerbsäuresafts wurden die Häute zum Leder.

   

Um 1895: Zwei Gerber-Steiner-Generationen, festlich gekleidet,

vor dem Haus in der Kapellenstraße: Links Simon Leopold und Frau Melanie,

geb. Herz, rechts Fanny, geb. Rosengart, und Leopold Steiner.


 

Rindenstadel und Trockenräume der Gerberei Steiner an der Gymnasiumstraße.

Heute erstreckt sich dort ein großer unbefestigter Parkplatz.

(Foto: Ernest L Bergman, Bilderkammer Museum)

Der Chronist Schenzinger schrieb im Jahre 1897 8): „Aus einem einfachen Handbetrieb herausgewachsen hat der Besitzer dieses sein Geschäft durch Geschick und Geldopfer so günstig umgestaltet, dass solches zu einer wirklichen Lederfabrik geworden und größtmöglichen Absatz findet. Wenn auch das Hauptgeschäft innerhalb der Stadt in der Kapellenstraße gelegen ist, so gehört zu diesem Etablissement ein schönes Areal am Südende der Stadt, wo die Farbgruben und große Holzbauten zu Trockenräumen und Lohverwahrung errichtet sind.“ Dieses zusätzliche Areal befand sich am Ende der Rabenstraße, wo sich lange Zeit der städtische Bauhof befand.

Ein Vergleich zwischen den um 1856 in Laupheim existierenden Gerbereien zeigt die maßgebende Entwicklung und Bedeutung der Steinerschen Gerberei 9). Aus den Jahren 1871–1872 wird berichtet, dass die Gerberei Steiner zu den wenigen Betrieben gehörte, die über einen Dampfkessel und eine Dampfmaschine verfügten 10).

Helmuts Vater Simon (amtlich „Sigmund“) Steiner, genannt „Gerberle“, wurde am 18. Juni 1864 als einziges Kind des Ehepaars Fanny geb. Rosengart (1838–1931) und Leopold Steiner (1834–1904) geboren, wie auf einem vom „Königlichen Rabbinat Laupheim“ ausgestellten Geburtsschein bestätigt wird 11). Nach der Volksschule 12) absolvierte er die seit 1872 (provisorisch ab 1869) bestehende „Lateinschule“, auch „Präceptoratsschule“ genannt 13) und ging dann 1876 an das „Königliche Gymnasium zu Ulm“, das er nach zwei Jahren mit der „Meldung zum einjährig freiwilligen Militärdienst“ verließ. Nun kam die berufliche Ausbildung, die er ab 1. Januar 1879 mit einer zweieinhalbjährigen Lehre bei Heinrich Frankfurter in Stuttgart begann. Laut dem „Lehrlings- Vertrag“ vom 16. Februar 1879 entrichtete sein Vater Leopold für die Lehre inklusive Kost und Logis eine Vergütung von zweimal jährlich 400 Mark. Das letzte halbe Jahr war frei. Nach der anschließenden Lehrlingsprüfung 14) arbeitete er in der Lohgerberei von Th. Dienstbach in Bingen am Rhein. Von dort sandte er einmal ein „Körbchen Trauben“ nach Hause und schloss seinen Brief mit der „Bitte, mit Eurem Nächsten mir etwas Geld zu senden, da ich von Herr Dienstbach doch keines verlangen will“ 15).

 

 Simon Leopold Steiner, trotz seiner stattlichen

Größe Gerberle“ genannt.

(Foto: Bilderkammer Museum)


Mit 30 heiratete Simon die um acht Jahre jüngere Melanie Herz aus Ludwigshafen bei Mannheim, und im gleichen Jahre übernahm er das väterliche Geschäft zum Wert von 48 000 Mark 16). Die Fotografie aus jener Zeit (Seite 493) zeigt das jung vermählte Paar mit den Eltern Fanny und Leopold Steiner-Rosengart 17). 1896 wurde ihre Tochter Julie geboren 18) und drei Jahre später ihr Sohn Helmut. Noch in späteren Jahren lachte er darüber, dass er die Kleider seiner älteren Schwester tragen musste und ihn die Nachbarskinder hänselten: „Dr Helmut hot jo Mädleshemder a“. Etwa um die Zeit seiner Geburt bezog die junge Familie ihr neu erbautes Wohnhaus an der Bronner Straße 2 19). Die Großeltern Fanny geb. Rosengart und Leopold H. Steiner wohnten weiter in der Gerberei am Anfang der Kapellenstraße 20). Im Jahre 1904, als derGroßvater Gerber“ im Alter von 70 Jahren verschied, zog auch seine Frau („die Gerbern genannt) an die Bronner Straße zu ihrem einzigen Sohn. Sie überlebte ihren Mann um fast 30 Jahre und starb hochbetagt 93jährig, im gleichen Jahre, als ihr Urenkel Heinrich geboren wurde. Bis zu ihrem Tod war sie die unbestrittene Patriarchin der Familie, von allen geehrt und umsorgt 21). Sie war das dritte von neun Kindern des Ehepaars Nanette geb. Kahn (1812–1881) und Josef (1803–1885) Rosengart aus Buttenhausen 22), mit deren Nachkommen die Familie Helmut Steiner in naher Beziehung stand.

Mit dem Hinscheiden seines Vaters Leopold rückte Simon in die nach alter Tradition von der Familie besetzten Ämter in der jüdischen Gemeinde nach: ins Vorsteheramt, in der Leitung der von seinem Vater übernommenen Armenkasse, und als Stiftungspfleger 23) von „Matanb’seter(alte Schreibweise: Matten baseser, übersetzt: Gib im Stillen“). Als 1923 infolge der Inflation das Vermögen dieser Stiftung zusammengeschmolzen war, wendete sich Simon Steiner mit einem Aufruf an alle ehemaligen jüdischen Laupheimer, so dass das Vermögen wieder aufgestockt werden konnte. Auch seine Frau Melanie geb. Herz tat im Verborgenen vieles für die Bedürftigen der Stadt, wollte aber nicht öffentlich genannt werden und ist gerade darum in Laupheim bis heute unvergessen geblieben 24) Außerdem kümmerte er sich persönlich um den jüdischen Friedhof und leitete den Synagogenchor, den er am Harmonium begleitete 25). Er war aktiv im jüdischen Gesangverein Frohsinn26) und machte auch Musik zu Hause: Man besaß ein Klavier der noch immer bestehenden renommierten Firma Pfeiffer in Stuttgart, Melanie und Simon spielten darauf vierhändige Musik27). Die Kinder erhielten Unterricht in Klavier (Julie) und Geige (Helmut).

 

 

(Aus: Laupheimer Verkündiger)


Im Jahre 1922 fuhr der ehemalige Laupheimer Filmpionier Carl Lämmle mit dem Laupheimer Kantor Emil Elias Dworzan (1856–1931) und Simon L. Steiner nach Berlin, wo mit seiner Finanzierung eine Tonaufnahme auf Schellack-Schallplatten von Gesängen aus der Synagoge angefertigt wurde28). Infolge seiner 25- jährigen „ununterbrochenen, selbstlosen und segensvollen Tätigkeit zum Wohl und Gedeihen unserer Religionsgemeinde“ widmete ihm das israelitische Vorsteheramt am 29. Mai 1927 eine Ehrenurkunde.29) Eine ähnliche Ehrung erfuhr er an seinem 70. Geburtstag im Jahre 1934.

Wie schon sein Vater Simon (siehe oben) besuchte auch Helmut Steiner ab 1909 die im Jahre 1896 neu eröffnete Latein- und Realschule 30). Anschließend ging er ans Progymnasium nach Biberach, wo er bei Gewerbelehrer Emil Rexer in Pension war und das Einjährigen-Examen machte. Für den großen Einfluss der klassischen Bildung in der Familie zeugt der Wahlspruch, den er von seinem Vater „vor Deinem Biberacher Examen und für Dein ganzes ferneres Leben“ am 13. Juli 1913 erhielt: „Quidquid agis, prudenter agas et respice finem - principiis obsta" 31). Nach Abschluss dieser Schulen war es für Helmut keine Frage, den Gerberberuf zu erlernen und ins Familiengeschäft einzutreten. Er begann als Praktikant in der Gerberei Breuninger in Backnang 32), wo ihm leider im Juli 1915 ein schwerer Unfall passierte: Sein rechter Unterarm wurde beim unbedachten Anfahren einer Transmission zwischen der Rolle und dem Riemen eingeklemmt und musste ihm in einer Notoperation amputiert werden 33). Mit der ihm eigenen Energie gewöhnte er sich rasch daran, alle Manipulationen mit der linken Hand auszuführen – vom Schreiben und Rasieren bis zum Rad- und Skifahren. Sofort kehrte er auch zu seiner beruflichen Tätigkeit zurück. Später wurde er ein begeisterter Autofahrer und erwarb einen in Burgrieden hergestellten offenen „Steiger“- Tourenwagen Typ 10/50 34), den er als Linkshänder souverän bis über die Alpen chauffierte und so liebte, dass er bei Freunden den Übernamen „Audole“ erhielt. Den langen Baumwollmantel, der ihn vor dem Straßenstaub schützte, benützte er noch lange Jahre bei Handarbeiten, und eine eng anliegende Ledermütze schützte seinen Kopf 35). Beim Umlernen auf die linke Hand waren ihm die von Kriegsinvaliden erworbenen Erfahrungen behilflich: so zum Beispiel vermittels eines 1915 in Stuttgart herausgegebenen „Merkblattes für Einarmige“ 36). Da er infolge seine Unfalls nicht mehr eingezogen wurde, meinte er oft in späteren Jahren, das habe ihm das Leben gerettet 37). Ein weiteres positives Ergebnis war die langjährige Familienfreundschaft mit der ihn damals pflegenden Diakonisse Schwester Mina Hess aus Fellbach, die später nach China in die Mission ging.

1916 wurde er in Singen am Hohentwiel von Dr. Erich Lexer (1867–1937) behandelt, einem Pionier in plastischer und rekonstruktiver Chirurgie, Nachfolger von Prof. Sauerbruch in München. Man versuchte, ihm mit der Anpassung einer Prothese zu helfen, an die er sich aber nie gewöhnen konnte. Sein Leben lang schmerzten ihn die am verbliebenen Armstumpf abgetrennten Nerven (Neurome).

  

Programm des gemeinsamen Konzerts der Synagogenchöre Ulm

und Laupheim 1930. Die Leitung des Chores hatte Simon L. Steiner.    

(Archiv R. Emmerich)

  

Zum Abschluss seiner Ausbildung besuchte er 1922–1923 die Deutsche Gerberschule in Freiberg (Sachsen), wo er viele langjährige Freundschaften schloss (Wolgien, Praepke, Christian Rostock, Kurt Lindgens, Fritz Rosenfelder) und am Studentenleben der Verbindung „Eichenlaub“ teilnahm. Am 12./13. Mai 1924 wurde ihm von der Handwerkskammer Ulm das Diplom über die mit Erfolg bestandene „Meisterprüfung im Gerber-Gewerbe“ ausgestellt. 38)

Seine nun folgende berufliche Tätigkeit im Familienbetrieb war aber nicht von langer Dauer. Die Gerberei hatte unter den wirtschaftlichen Nachkriegswehen und der Inflation zu leiden, und die technische Entwicklung des Gewerbes hätte große Investitionen erfordert. Etwa zur gleichen Zeit erhielt Helmut eine Anfrage von seinen Verwandten im Steinerschen Hopfengeschäft, das nach dem Tod von Louis Steiner (1911) und dessen Sohn Heinrich (1918) zwei neue Schicksalsschläge hinnehmen musste: In Amerika verstarb William, der Sohn von Sam S. Steiner, 1924 im Alter von 22 Jahren infolge von Typhus, und Samuel Victor Steiner (geb.1871), ein Vetter von Sam, erlag einer Blutvergiftung 39). Das hatte zur Folge, dass Julius, der jüngere Sohn von Hedwig Steiner, nach New York zog, und Helmut 1926 ins Laupheimer Geschäft eintrat. Er begann als kaufmännischer Angestellter, wurde Prokurist und stieg rasch zum Geschäftsführer auf 40). Als in Europa ansässiges Familienmitglied war er für das europäische Geschäft verantwortlich. Zum beruflichen Wechsel kam gleichzeitig seine Verlobung mit Edith Nördlinger aus St. Gallen, deren Vater Isaac (Sigmund) als Sohn von Hirsch Nördlinger (1819–1898) und Judith geb. Steiner (1829–1871) in Laupheim geboren und in jungen Jahren nach St. Gallen ausgewandert war, wo er ein bekannter Stickereifabrikant wurde. Judith war die Schwester von Simon H. und Leopold H. Steiner, Hirsch der Sohn von Isaac (1791–1847) und Babette geb. Steiner (1794–1847), einer Schwester von Heinrich. Die Familien Steiner und Nördlinger waren damit aber nicht nur doppelt verschwägert, sondern auch eng miteinander befreundet. Sie unterhielten eine rege Korrespondenz, verbrachten Ferien zusammen, und halfen sich gegenseitig in Notlagen. So kam es, dass Helmut und Edith sich von Kind auf gekannt hatten.

 

Anzeigen der Firma Gerber-Steiner aus dem "Laupheimer Verkündiger" aus den Jahren 1924 und 1925.

 

Edith Steiner geb. Nördlinger war mit ihrer einzigen Schwester Linda (1904–1981) im Hause ihres Vaters aufgewachsen, behütet von ihrer Tante Elsie Goldberg, einer Amerikanerin, die nach dem frühen Tod ihrer Mutter zur Familie nach St. Gallen gezogen war. Die englische Sprache war ihr deshalb geläufig, und nach einem Aufenthalt in der welschen Schweiz beherrschte sie auch Französisch. In St. Gallen, am ersten derartigen Seminar der Schweiz, erlernte sie den Beruf einer Kindergärtnerin und erhielt 1923 ihr Diplom. Nach einigen Jahren in der Praxis starb ihr Vater und kurz darauf auch ihre Tante. An der Handels-Hochschule in St. Gallen erwarb sie ein Diplom als Englisch-Lehrerin. Mit der Heirat nach Laupheim verlor sie nach damaligem Gesetz ihr Schweizer Bürgerrecht und wurde Deutsche. Die erste Wohnung des jungen Paars in Laupheim war an der Radstraße, bis sie an der König-Wilhelm-Straße, direkt hinter dem heutigen Rathaus, einen Platz erwerben und darauf ein Wohnhaus bauen konnten. Der Garten stieß direkt an das Grundstück der väterlichen Gerberei. Mit dem Eintritt von Helmut Steiner ins Hopfengeschäft wurde dort die Fabrikation nach und nach eingestellt. Der Betrieb verlagerte sich ganz auf den Handel mit rohen Häuten, bis die Firma ganz aufgelöst wurde. Diese Entwicklung wurde noch beschleunigt durch die Anfeindungen von Nationalsozialisten gegen den angesehenen Gerbermeister Simon L. Steiner, durch eine böswillige Anzeige wegen angeblicher Betrügereien, und die Verurteilung vor dem Ulmer Schöffengericht infolge seines auf Grund der politischen Lage erfolgten Geständnisses“. Während der Haft im Gefängnis von Rottenburg am Neckar erkrankte er schwer und starb als gebrochener Mann im Universitätsspital von Tübingen. An der Abdankung in der Synagoge von Laupheim am 8. September 1937 sprachen der Vorsteher Jonas Weil (1871–1942, dessen Frau Cilly aus der Familie Nördlinger stammte), und der letzte Lehrer der jüdischen Schule in Laupheim Heinz Säbel (1913–1982), der sich 1939 im letzten Moment nach Schweden retten konnte 41). 

Kurz nach dem Umzug von Edith und Helmut Steiner ins neue Haus kam im Johanneum in Ulm ihr Sohn Heinrich zur Welt, vom großen Kreis der Verwandtschaft und Freunde als „Stammhalter“ lebhaft begrüßt: War es doch ein Zeichen der Zuversicht, in diesen Zeiten der politischen Unsicherheit eine Familie zu gründen. Die rituelle „Brith Mila (Beschneidung) wurde am 24. August im gleichen Krankenhaus von Edith’s Onkel Sanitätsrat Dr. Simon Nördlinger aus Buchau ausgeführt 42). Als dreieinhalb Jahre später ihre Tochter Martha geboren wurde, fuhren sie zur Geburt über die Grenze in die Schweiz, wo seinerzeit Edith Steiner aufgewachsen war. Sie spürten, dass die Zeiten unsicher geworden waren und bereiteten ihre Auswanderung vor. Helmut Steiner erinnerte sich: „Für mich selbst . . . wurde die Tätigkeit von Tag zu Tag fürchterlicher, speziell dadurch, dass ein Kollege in der Geschäftsleitung sich zu einem rasanten Antisemiten entwickelte“43). Das erste äußere Zeichen seiner Reaktion auf die politische Situation war sein Brief an den Laupheimer Turnverein infolge der „Botschaft des neuen Führers der Deutschen Turnerschaft über die Ausscheidung der jüdischen Mitglieder 44): „Ich bedaure tief, hieraus (die Ausscheidung der jüdischen Mitglieder, der Verf.) die logische Konsequenz zu ziehen, und Sie bitten zu müssen, mich vom Amte als Ausschussmitglied zu entbinden; gleichzeitig erkläre ich meinen und meiner Frau Austritt aus dem Turnverein Laupheim“. Ferner dankte er den Mitgliedern für die treue Kameradschaft und das Vertrauen, das sie ihm durch die Wahl in den Ausschuss entgegengebracht haben, und bat, den von ihm in die Reisekasse zum Deutschen Turnfest einbezahlten Betrag zugunsten eines bedürftigen Turners zu verwenden.45) Auf Grund der „Nürnberger Gesetze“ von 1935 mit dem Verbot, nichtjüdische Hausangestellte zu halten, mussten sie ihr treues Kindermädchen Josefine Hannes entlassen. Deren Vater Johannes war jahrelang als Vorarbeiter in der Gerberei angestellt und die Mutter Josefine im elterlichen Haushalt an der Bronner Straße. Infolge ihrer erzwungenen Entlassung entsagte die jetzt 20jährige dem weltlichen Weg und trat als Schwester Manfrieda in den Orden der Barmherzigen Schwestern ein. Dort erlernte und praktizierte sie den Beruf einer Kindergärtnerin. Von 1940 bis 1984 wirkte sie in Aalen sowie in Markelsheim und die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie im Mutterhaus Maria Hilf in Untermarchtal. Der freundschaftliche Kontakt mit der Familie Steiner war bis zu ihrem Ableben im Jahr 2008 nie abgebrochen46).

Edith und Helmut Steiner hatten 1936 das Glück, ihren gesamten Hausrat in die Schweiz mitnehmen zu können. Sie ließen sich in St. Gallen nieder, wo Edith aufgewachsen war. In der gleichen Wohnung wurden auch die Büros der von ihm zusammen mit Sam und Julius Steiner neu gegründeten Firma „Hopfen Import und Export GmbH“ untergebracht. Kurz darauf wurde diese Firma in „Steiner Hopfen GmbH“ umbenannt, mit der gut klingenden Telegrammadresse „hopswiss st. gallen“, die bald zu einem Begriff wurde. 1938 wurde die Laupheimer Hopfenfirma liquidiert. Die dortige Grundbesitz-Gesellschaft blieb bis über den Krieg hinaus formell bestehen. Das Schweizer Geschäft war von 1939–1945 geschlossen, da Helmut Steiner jede geschäftliche Verbindung mit Nazideutschland und den dazu gehörenden Gebieten ablehnte. Dafür hatte er jetzt Zeit, sich der Familie und seinen Ehrenämtern in der jüdischen Gemeinde zu widmen. Jahrelang bekleiete er das Amt eines Kassiers und vertrat die lokale Gemeinschaft im Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund. Auch seine Frau Edith begann, sich sozial zu betätigen: im Vorstand der St. Gallener Heimpflege, im israelitischen Frauenverein und in der St. Gallener Frauenzentrale 47). Beide aber sorgten während der Kriegsjahre vor allem für die aus Laupheim zu ihnen gestoßenen Verwandten 48) und daneben auch für verschiedene jüdische Flüchtlingskinder, die sie bei sich aufnahmen.




Edith und Helmut Steiner mit Sohn Heinrich und Tochter Martha um 1936/37.    

(Foto: Bilderkammer Museum)

Nach dem Krieg, und noch bevor er die schweizerische Staatsbürgerschaft erhielt, war Helmut Steiner der erste, der wieder nach Laupheim kam. Seine Reisen ins besetzte Deutschland glichen Expeditionen: Beladen mit Treibstoff fürs Auto und Kaffee, Zigaretten und Seidenstrümpfen als Zahlungsmittel war er wochenlang von seiner Familie in der Schweiz abgeschnitten. Seine Absicht war, das Laupheimer Stammhaus wieder aufzubauen: Als ich Ende 1945 zum ersten Mal wieder nach Laupheim und Tettnang kam, war die Hopfenfirma mit allen Aktiva verschwunden und die Grundbesitz-Firma ausgehöhlt. Gebäude und Grundstücke, auch das Hopfengut (Siggenweiler, der Verf.), waren zwar noch vorhanden, aber in fremdem Besitz“ 49). Die Magazine waren leer, die Firma hatte ihre Kunden verloren und besaß keine finanziellen Mittel außer einem von den Machthabern übersehenen Rest von 1800 Reichsmark.

Auf seiner nächsten Reise nach New York gelang es ihm, die dortigen Eigentümer zum Wiederaufbau der Firma zu bewegen und das nötige Startkapital einzuschießen. Mit Hilfe des Rechtsanwalts Dr. G. Offtermatt aus Ravensburg und der ehemaligen treuen Angstellten Karl Haid und Josef Schönle, die zu Geschäftsführern der Hopfenfirma bzw. der Grundbesitz-Gesellschaft ernannt wurden, gelang es ihm unter unsagbar großen Schwierigkeiten das Geschäft wieder in Gang zu bringen 50). Auf seinen Reisen nach Laupheim vermied er es beharrlich, mit Personen ins Gespräch zu kommen, deren Gesinnung er nicht kannte. Er ging in kein Gasthaus und übernachtete auf dem Sofa im Wohnzimmer seiner ehemaligen Nachbarn und treuen Freunde Familie Otto Volz, bis der Metzgermeister Xaver Bertele das Hotel „Zum Wyse“ eröffnete.

Die Besuche in Laupheim benützte Helmut Steiner auch dazu, sich um die Belange der ehemaligen jüdischen Gemeinde und deren Angehörigen zu kümmern. Hierzu Ernst Schäll: „Ihm ist zu verdanken, dass bald nach Kriegsende der Friedhof wieder in einen würdigen Zustand gebracht wurde. Sehr vielseitig waren seine Initiativen, die nicht vergessen werden dürfen. Seine Kompetenz und Autorität wurden in der Stadtverwaltung geschätzt und ernst genommen“ 51). Er sorgte auch dafür, dass verstorbene Internierte des ehemaligen Lagers Biberach- Birkendorf und Opfer aus den von den Alliierten befreiten Konzentrationslagern, die in Laupheim begraben wurden, würdige Grabsteine erhielten, und scheute keine Mühe, um deren Identität ausfindig zu machen. Auf frischen Gräbern, die von wohlmeinenden Laupheimern mit Kreuzen versehen worden waren, wurden jüdische Grabsteine aufgestellt. Die hier begrabenen alliierten Soldaten wurden exhumiert und in ihre Heimat überführt 52). Einer Initiative von Helmut Steiner ist zu verdanken, dass 1955 auf dem vom Laupheimer Künstler Friedrich Adler entworfenen Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs ein neuer Text angebracht werden konnte: „Eine früher an dieser Stelle angebrachte Gedenktafel wurde in den Jahren 1933–1945 gewaltsam entfernt. Diese neue Tafel sei dem Andenken an die jüdischen Opfer jener Schreckenszeit gewidmet. Friede walte künftig über dieser Stätte“53). 1961 erreichte er, dass der Platz, wo bis 1938 die Synagoge gestanden war, der Freien Evangelischen Gemeinde (Baptisten) zum Bau eines Gotteshauses zur Verfügung gestellt wurde.

Nach über 40 Jahren im Dienste von Steiner Hopfen zog sich Helmut Steiner 1969 aus dem Geschäftsleben zurück, um sich seinen Hobbies und der Familie zu widmen sowie das inzwischen auf einem Hügel in der Stadt St. Gallen gebau- te Wohnhaus zu genießen. Er pflegte den Garten, kümmerte sich um seine Sammlungen (alte Bierkrüge, Fayencen, Briefmarken) und ordnete alte familiäre Dokumente und Fotografien. Nach wie vor war das Haus von Edith und Helmut Steiner ein Ziel für Besucher aus aller Welt. Oft kamen zu ihnen auch offizielle und persönliche Delegationen aus Laupheim, um ihre Wünsche zu überbringen 54). Sein Temperament und Humor, sein Interesse und Verständnis für Kunst, Kultur und alle Belange der Öffentlichkeit sowie sein umsichtiges und verlässliches Geschäftsgebaren hatten ihm und seiner Frau langjährige Freundschaften verschafft 55). Ihre beiden Kinder hatten in der Zwischenzeit eigene Familien gegründet: Der Sohn Heinrich war mit seiner Frau Marianne geb. Wallach (1942–2001) nach Israel ausgewandert, wo sie vier Kinder erhielten (Daniel 1966, Michael 1968, Judith 1970 und Noemi 1975). Die Tochter Martha lebte mit ihrem Mann Vincent C. Frank und Tochter Simone (1968) zuerst in Bern und dann in Basel. Nach dem Tod seiner Gattin (1988) verließen ihn seine Kräfte, doch war es ihm vergönnt, sein Leben wunschgemäß im eigenen Heim zu beschließen. Die Laupheimer Presse würdigte ihn unter dem treffenden Titel All die Jahre von Herzen ein Laupheimer geblieben mit den Worten: „Bis in die letzten Jahre hinein war seine große Persönlichkeit, sein erfrischender Geist und seine Warmherzigkeit für jeden zu spüren, der Helmut Steiner begegnete56).

 

 

 

Quellen:

1) Vgl. STEINER, Yitzhak Heinrich: Die Firma Steiner Hopfen aus Laupheim im Laufe der Geschichte ein auf Tradition und Kontinuität beruhende Erfolgsstory. In: Laupheimer Gespräche 2002. Jüdische Unternehmer und Führungskräfte in Südwestdeutschland 1800–1950. Stuttgart (Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Redaktion Anna-Ruth LÖWENBRÜCK) 2004, S.120.

2) Original im Privatarchiv. Zum Beispiel arbeitete er vom April bis Juli 1855 in Rorschach (Schweiz) und kam dann über Zürich nach Bern. Die Angabe diverser Quellen (vor allem SCHENK, Georg: Die Juden in Laupheim. In: LAUPHEIM, hrsg.von der Stadt Laupheim in Rückschau auf 1200 Jahre Laupheimer Geschichte 778–1978, Weißenhorn (Konrad) 1979 S. 294), wonach die Gerberei von Leopold Steiner seit 1823 bestanden habe, ist deshalb fragwürdig und bedarf weiterer Nachforschung.

3) Vgl. SCHENK (loc.cit.) S. 293–94; BRAUN, Josef K.: Alt-Laupheimer Bilderbogen (Band I) 1985, S. 277/78, und: Nebeneinander Miteinander Gegeneinander. Museum zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim. Ein Museumsbegleiter (2006) S. 58.

4) Siehe Artikel Adolf Wohlgemut Steiner“.

5) Siehe SPECKER, Hans Eugen : Laupheim vom Übergang an Württemberg (1806) bis zum Jahre 1945, in: LAUPHEIM (loc.cit.) S. 245, 293, und: August SCHENZINGER: Illustrierte Beschreibung und Ge- schichte Laupheims samt Umgebung (1897) S. 461/62 (Neudruck 1987 S. 487/88).

6) Siehe STEINER (loc.cit.), S. 117–130.

7) Alt-Laupheimer Bilderbogen, Band II (1988), S.173/74.

8) SCHENZINGER loc.cit. S.463/64 (Neudruck 1987 S. 487/88).

9) Siehe KREUTLE, Ulrich: Die Bedeutung der Israelitischen Gemeinde für die wirtschaftliche Entwicklung Laupheims, Abschlussarbeit an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen vom 16. 2. 1984 (hektographiert), S. 79–81.

10) Siehe Hauptstaatsarchiv Stuttgart E 146/1 2319, Protokolle der Visitationen des Oberamts Laupheim durch die Kreisregierung Ulm (Staatsarchiv Ludwigsburg). Ein massives Ventil der Dampfmaschine ist erhalten geblieben.

11) Original im Privatarchiv bei Rolf Emmerich.

12) Vgl. EMMERICH, Rolf: Beth Ha-Sefer. Das Haus des Buches Die jüdische Schule in Laupheim. In: Schwäbische Heimat 2000/1, S. 72–78; SCHENK (loc.cit.) S. 296.

13) Näheres bei BRAUN (loc.cit.Band I) S.190–94, Nebeneinander (loc.cit.) S. 54, SCHENZINGER (loc.cit.) Neudruck p.458/59, Original S. 434/35.

14) Zeugnis der Stadt Laupheim von 1882, im Fundus des Stadtarchivs Laupheim oder des Museums zur Geschichte von Christen und Juden.

15) Siehe Brief an die Eltern vom 31. Oktober und Tagebuch Bingen 1883 (im Besitz des Verf.).

16) Siehe die Abbildung des jungen Paares Simon L.Steiner mit seinen Eltern. Als Vertragspartner erscheint seine Mutter als Witwe Fanny Steiner-Rosengart“, obwohl sein Vater erst 10 Jahre später verstarb. Vermutlich wurde diese Übergabe vordatiert, um als Heiratsgabe zu gelten.

17) Siehe Abbildung (Original im Privatarchiv).

18) Siehe NEIDLINGER, Karl: Artikel Familie Julie Bergmann geb.Steiner“, in diesem Band S. 100–109.

19) Siehe Bild auf Seite 101 und 103. Vgl. Adolf SCHAHL: Die Bau- und Kunstgeschichte von Laupheim und Umgebung, in: LAUPHEIM, hrsg.von der Stadt Laupheim in Rückschau auf 1200 Jahre Laupheimer Geschichte 778–1978, Weißenhorn (Konrad) 1979 S. 313. Ausführlicher Beschrieb, Fotos und Baupläne in der prämierten Schülerarbeit Wohnen im Wandel“, verfasst 1978/79 von Margret BRAUNGER und Simone KÜTTENBAUM (vervielfältigtes Manuskript, im Besitz des Verf.).

20) Siehe Bild auf Seite 91.

21) Siehe Familienbild auf Seite 92.

22) Ein gerahmter Meisterbrief der Oberamtsstadt Münsingen für Josef Rosengart von 1853 befindet sich im Fundus des Stadtarchivs Laupheim oder des Museums zur Geschichte von Christen und Juden.

23) Hier folgte er seinem 1910 verschiedenen Großvetter Louis Steiner, auf den das Amt von seinem Vater Simon H.Steiner und auf diesen von seinem Großvater Heinrich Steiner übergegangen war.

24) Zitat aus: SCHILLER, Friedrich A.: Jüdische Gemeinden in Oberschwaben. In: Schwäbische Heimat Jg. 22 (1971, Heft 1) S. 42.

25) Vgl. BERGMANN, John H.: Die Bergmanns aus Laupheim. Eine Familienchronik. Hrsg. von Karl Neidlinger, Laupheim 2006, S. 61, 69.

26) In Zylinder und Frack vor dem Gasthof „Zum Ochsen“, Benno und Hermann Nördlinger sowie Arthur Grab, auf Foto in BERGMANN, John H.: Die Bergmanns aus Laupheim, hrsg. von Karl Neidlinger (2006) S. 20.

27) Das schön gebundene „Strauss-Album der Edition Peters No. 1376 b sowie die Ungarischen Tänze“ von Brahms (Peters No. 2100 a) mit Stempel „Simon L.Steiner Laupheim sind immer noch im Gebrauch der Familie.

28) Die von Helmut Steiner aufbewahrten 28 Platten wurden dem Museum zur Geschichte von Christen und Juden vermacht und auf moderne Tonträger überspielt. Eine kommentierte Ausgabe auf CD ist in Vorbereitung. Vgl. EMMERICH, Rolf: Synagogale Musik aus der Laupheimer Judengemeinde. In: BC – Heimatkundliche Blätter für den Kreis Biberach 15. Jg. (1992 Nr. 1), Sonderdruck S. 7–9, und ESS, Robert: Beitrag Familie Emil (Elias) Dworzan, Biberacher Str.6“, in diesem Band S. 122–126.

29) Im Fundus des Museums zur Geschichte von Christen und Juden.

30) Siehe auf dem Klassenfoto bei BRAUN (loc.cit. Band I, 1985) S. 191 und 193/94: in der obersten Reihe der zweite von rechts.

31) Original im Besitz des Verf. (SCAN in YHS family archives/Helmut Steiner)

32) Zur Gerberstadt Backnang, mit der sich Helmut Steiner lebenslang verbunden fühlte, vgl. die Beiträge von Rudolf KÜHN in: Backnanger Jahrbuch, Beiträge zur Geschichte von Stadt und Umge- bung, Band 3 (1995) S. 55–67, und von Gérard HEINZ (a.a.O.) S. 155, 186–194.

33) Sein Vater Simon vermerkte in einem alten Gebetbuch wörtlich: „Dienstag 20 Juli 1915 Abd 6 h ver- unglückte Helmut in Bckg so dass ihm Freitag 30 M. 1/2 12 v. Dr. Wiegand der rechte Vorderarm amputiert werden musste. Am 20. Sept wurde er aus dem Wilh. Spital Stgt entlassen (Original im Privatarchiv).

34) Vgl. SCHICK, Michael: Der Steiger. Die Geschichte einer schwäbischen Autofabrik in den 20er Jahren. Laupheim (Selbstverlag) 1999, 160 S., und SCHICK, Michael: Steiger-Automobilbau 1918–1926, in: Schwäbische Heimat, 47. Jahrgang Heft 4 (Okt.–Dez.1996) S. 396–401. Ferner auf Homepage http://www.steiger-burgrieden.de .

35) Im Besitz des Verf.

36) Wie Anm. 20.

37) Zwei etwa gleichaltrige Verwandte von ihm, beide ebenfalls Urenkel von Heinrich Steiner (1794– 1885), Heinrich Steiner (geb.1895) und Julius Regensteiner (geb.1897), waren gefallen. Julius Steiner (Bruder von Heinrich) kam nach drei Jahren Dienst unverletzt nach Hause zurück. Vgl. SCHAELL, Ernst: Deutsche Soldaten jüdischen Glaubens aus einer württembergischen Kleinstadt. In: Schwäbische Heimat 49. Jg. Heft 4 (Okt.–Dez.1998) S. 433–441.

38) Original des Meisterbriefs im Privatarchiv.

39) Vgl. GIMBEL, Louis Steiner 3rd: Steiner. Broschüre, neue Auflage, New York (S.S. Steiner, Inc.) 2004 (Ursprünglich veröffentlicht 1982) S. 48, 51.

40) Ein Bild von 1926 zeigt ihn im Kontor“ neben der legendären Tante Hedwig“, die damals das Geschäft führte. Über Hedwig Steiner vgl. den im Druck befindlichen Vortrag des Verf. an den Laupheimer Gesprächen von 2004: „Hedwig Steiner-Reinemann (1868–1952), Bewährung in Krieg und Frieden“.

41) Vgl. EMMERICH Beth Ha-Sefer (loc.cit.) S. 76 und 77/78; HAHN, Joachim: Jüdisches Leben in Ludwigsburg. Geschichte, Quellen und Dokumentation. Karlsruhe (Braun) 1998 S. 512/13; HECHT, Cornelia/KÖHLERSCHMIDT, Antje (Hrsg.): Die Deportation der Juden aus Laupheim. Eine kommentierte Datensammlung, Geiselmann Druck Laupheim 2004, S. 17, 30; NEIDLINGER, Karl: Beitrag „Hedwig und Irma Einstein, Ulmer Straße 54“, in diesem Band.

42) Laut Inschrift seiner Großvaters Simon L.Steiner in einem alten Gebetbuch (im Privatarchiv).

43) Siehe STRAUSS, Walter (Hrsg.): Lebenszeichen. Juden aus Württemberg nach 1933. Gerlingen (Bleicher Verlag) 1982, S. 295.

44) Vgl. den Artikel vom gleichen Tag in der Frankfurter Zeitung vom Samstag, 22. April 1933, Nummer 297–298 S. 2: „Die neuen Richtlinien der Deutschen Turnerschaft“.

45) Brief an Gewerbeschulrat Eduard Eisele, erster Vorstand des Turnvereins Laupheim, vom 22. April 1933 (Originalkopie im Privatarchiv).

46) Vgl. Katholisches Kirchenblatt Laupheim, 85. Jg., Nr. 25 (15. 6. 2008) und 26 (22. 6. 2008).

47) Siehe den Nachruf in: Gallus-Stadt 1990. Jahrbuch der Stadt St. Gallen, hrsg. von Zollikofer AG/ St. Galler Tagblatt, S. 232.

48) Siehe NEIDLINGER, Karl: Artikel Familie Julie Bergmann geb.Steiner“, in diesem Band S. 93.

49) Siehe STRAUSS (loc.cit.) S. 295.

50 )Vgl. GIMBEL (loc.cit.) S. 54/55.

51) Brief an den Verfasser vom 11. 9. 1995.

52) Vgl. BERGMANN, John H./SCHÄLL, Ernst: Der gute Ort. Die Geschichte des Laupheimer jüdischen Friedhofs im Wandel der Zeit. In: Ulmer Forum, Heft 68 (Winter 1983/84) S. 46.

53) Siehe BERGMANN/SCHÄLL (loc.cit.) S.44. Zum Kriegerdenkmal vgl. BRAUN (loc.cit.) Bd.II 1988

54) S. 192–94; SCHÄLL (loc.cit. Soldaten 1998) S. 439/40; SCHÄLL, Ernst: Der jüdische Friedhof in Laupheim. In: Schwäbische Heimat Jg. 47 Heft 4 (Okt.–Dez.1996) S. 413–14; SCHAELL, Ernst: Friedrich Adler. Leben und Werk. Hrsg. von Landrat Peter Schneider, MdL, Bad Buchau (Federsee-Verlag) 2004, S. 52, 57.

55) So z.B. überbrachte ihm am 25. 8. 1977 BM Otmar Schick mit Delegation das neu erschienene Werk von Georg Schenk mit der Widmung: Unserem lieben treuen Laupheimer Herrn Helmut Steiner in dankbarer Verbundenheit“.

56) Vgl. den Nachruf in: Gallus-Stadt 1993. Jahrbuch der Stadt St. Gallen, hrsg. von Zollikofer AG/ St. Galler Tagblatt, S. 274/75.

57) Siehe Schwäbische Zeitung vom 13. 6. 1992, Der Neue Laupheimer Anzeiger vom 17. 6. 1992.

 

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