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Die jüdische Gemeinde Laupheim und ihre Zerstörung

Zwangseingewiesene Personen

 

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, als die NS-Behörden dazu übergegangen waren, den Juden ihre Wohnungen wegzunehmen und sie in Sammelunterkünften zusammenzufassen, wurden aus anderen Städten zwischen 1939 und 1942 immer wieder auch nach Laupheim Personen zwangsumgesiedelt. Diese wurden entweder in die Baracken der Wendelinsgrube oder ins ehemalige Rabbinat eingewiesen, um später von Laupheim aus nach Osten deportiert zu werden. Diese Opfer des Völkermords, von denen es fast kein Material gibt, sind im folgenden nun tabellarisch aufgeführt, damit auch sie nicht vergessen werden. Personen aus diesem Kreis, die verwandtschaftliche Beziehungen zu Laupheim hatten, sind vorn bei den Familien mit aufgeführt.

 

BRAUN KLARA , geb. Weil
Geboren 27. 4. 1870 in Ellwangen/Jagst, Hausfrau, verwitwet, seit 21. 5. 1942 im Rabbinat zwangseinquartiert. Am 19. 8. 1942 nach Theresienstadt deportiert, am 26. 9. 1942 nach Treblinka.
FELSENTHA , ROSALIE
Geboren 14.3. 1891 in Odenbach/Pfalz, ledig, Hausgehilfin, am 12. 1. 1940 aus Hechingen ins Rabbinat zwangseingewiesen, Deportation am 19. 8. 1942 nach Theresienstadt, am 29. 1. 1943 nach Auschwitz .
HALLHEIMER, KARL und HEDWIG
Karl: geboren 13. 6. 1891 in Crailsheim, Privatier. Hedwig: geboren 1.3. 1896 in Heinsheim, geborene Ottenheimer. Zuzug am 28. 7.1942 aus Crailsheim in die Wendelinsgrube, deportiert am 19. 8. 1942 nach Theresienstadt. Karl H. am 21. 4. 1944 in Theresienstadt gestorben, Hedwig am 9. 10. 1944 nach Auschwitz deportiert.
 
HILB, EMIL
Geboren 28.11. 1864 in Baisingen, verwitwet, am 26.1. 1942 aus Göppingen ins Rabinat zwangseingewiesen. Am 19.8. 1942 nach Theresienstadt deportiert, am 29.9. 1942 nach Treblinka.
 
KWILECKI, MARTIN
Geboren 22. 2. 1874 in Berlin, geschieden, Rentner, am 29. 10. 1941 aus Stuttgart in die Wendelinsgrube zwangseingewiesen. Am 19. 8. 1942 nach Theresienstadt deportiert, am 26. 9. 1942 nach Treblinka.
  
MEYER, THEKLA
Geboren 1. 4. 1881 in Könen b. Trier, geb. Bonen, verwitwet, am 7. 11. 1941 aus Stuttgart-Ost in die Wendelinsgrube zwangseingewiesen. Deportation am 28. 11. 1941 nach Riga.
 
NEUWIRTH, BABETTE
Geboren 6. 1. 1871 in Würzburg, Rabbiner-Witwe, am 4. 9. 1941 aus Stuttgart in die Wendelinsgrube zwangseingewiesen. Deportation am 19. 8. 1942 nach Theresienstadt, am 29. 9. 1942 nach Treblinka.
 
OTTENHEIMER, EMMA
Geboren 25. 11. 1874 in Niederstetten, verwitwet, am 28. 7. 1942 in die Wendelinsgrube zwangseingewiesen. Mutter von Hedwig Hallheimer. Deportation am 19. 8. 1942 nach Theresienstadt, dort am 23. 5. 1943 gestorben.
 
ROSENBERG, HEDWIG
Geboren 8. 5. 1879 in Neudenau, Kr. Mosbach, am 8. 9. 1941 aus Stuttgart in die Wendelinsgrube zwangseingewiesen. Deportation nach Izbica/Polen am 24. 4. 1942, 1952 für tot erklärt.
 
ROSENHEIMER, ANNA
Geboren 31. 10. 1867 in Ulm, geb. Erlanger, verwitwet, am 21. 21. 5. 1942 aus Ulm ins Rabbinat zwangseingewiesen. Deportation am 19. 8. 1942 nach Theresienstadt, am 26. 9. 1942 nach Treblinka.
 
SITTENBERG, LOUIS und MELINA
Louis: Geboren 12. 8. 1871 in Frankfurt/M. Melina: Geboren 26. 7. 1882 in Limburg, geb. Strauss. Am 10. 11. 1941 aus Stuttgart in die Wendelinsgrube zwangseingewiesen. Deportation am 19. 8. 1942 nach Theresienstadt. Louis S. am 4. 9. 1942 in Theresienstadt gestorben, Melina am 12. 10. 1944 nach Auschwitz deportiert.
 
STERN, EMMA
Geboren 1. 8. 1870 in Ulm, ledig, am 9. 2. 1942 ins Rabbinat zwangseingewiesen. Am 19. 8. 1942 nach Theresienstadt deportiert, am 26. 9. 1942 nach Treblinka.
 
WEGLEIN, BELLA
Geboren 6. 4. 1862 in Dittenheim, verwitwet, am 3. 7. 1942 aus Ulm ins Rabbinat zwangseingewiesen. Deportation am 19. 8. 1942 nach Theresienstadt, dort am 3. 1. 1943 gestorben.
 
WEIL , ISIDOR, ELSA und EDITH
Isidor: Geboren 21. 8. 1875 in Metzentürm, Handelsvertreter. Elsa: Geboren 17. 11. 1882 in Ludwigsburg, geb. Kahn. Tochter Edith Antonie, geb. 24. 10. 1926 in Ulm. Die Familie wurde am 25. 9. 1939 ins Rabbinat zwangseingewiesen. Edith zog am 1. 5. 1941 nach Herrlingen weg. Deportation der Eltern am 19. 8. 1942 nach Theresienstadt, der Tochter am 23. 8. 1943. Isidor starb am 7. 2. 1943 in Th., Elsa und Edith wurden am 12. 10. 1944 nach Auschwitz deportiert.
Familie Weil aus Ulm in der Sammelunterkunft im ehemaligen Rabbinat, 1940. Von links: Elsa, Edith , Isidor. Elsa Weil war mit der Leitung des Hauses beauftragt und kommt daher öfters in Lina Wertheimers Briefen vor: Frau Weil bietet ja alles auf, um es uns gemütlich und angenehm zu machen (15. 5. 1940). Frau Weil ist uns eine liebe gute Hausmutter und sehr bedacht für alle“ (16. 5. 1941). Wir sind jetzt 28 Personen im Heim . . . unten im Saal wurden Betten aufgeschlagen u. die Zimmer meist mit drei Personen belegt. Es gibt vermehrte Arbeit u. ist für Frau Weil eine große Aufgabe“ (29. 10. 1941).

 

 

 


 

 

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